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24. Jun 2020 10

Im Rückspiegel: Porsche in Le Mans

Traditionell hätte am ersten Juni-Wochenende wieder das 24-Stunden-Rennen von Le Mans stattfinden sollen. Corona hat es in diesem Jahr gestoppt. Anlass für einen Blick zurück: Vor 50 Jahren holte sich Porsche seinen ersten Gesamtsieg – und brauchte dafür einen langen Anlauf.
Le Mans 1951: Auguste Veuillet und Edmond Mouche erreichten mit dem Porsche 356 SL 1100 bei dem ersten Einsatz eines Porsche in Le Mans den Sieg in der Klasse bis 1100 Kubikzentimeter Hubraum.  Foto: Auto-Medienportal.Net/Porsche

Le Mans 1951: Auguste Veuillet und Edmond Mouche erreichten mit dem Porsche 356 SL 1100 bei dem ersten Einsatz eines Porsche in Le Mans den Sieg in der Klasse bis 1100 Kubikzentimeter Hubraum. Foto: Auto-Medienportal.Net/Porsche

1951 beteiligte sich Porsche erstmals am Langstreckenklassiker in Le Mans – und holte sich auf Anhieb mit dem 356 SL einen Klassensieg. Bis zum großen Triumph, dem Gesamtsieg, dauerte es dann noch 19 Jahre. Am 14. Juni 1970 beendete ein 580 PS starker Porsche 917 KH das 24-Stunden-Rennen als Erster. Bis in die späten 1960er-Jahre spielte Porsche die Rolle des Underdogs und konzentrierte sich mit Erfolg auf die kleineren Hubraumklassen. Dann leitete das Unternehmen einen Strategiewechsel ein. 1969 fehlten Porsche im engsten Le-Mans-Finish der Geschichte dann nur 75 Meter oder gut eine Sekunde zum Sieg. Aber bereits in die Vorbereitungsphase zum Rennen im darauf folgenden Jahr floss viel von dem ein, was man in den Jahren zuvor gelernt hatte.
Le-Mans-Sieger 1970: Porsche 917 KH „Nr. 23“.  Foto: Auto-Medienportal.Net/Porsche

Le-Mans-Sieger 1970: Porsche 917 KH „Nr. 23“. Foto: Auto-Medienportal.Net/Porsche

Nach exakt 4607,811 Kilometern bzw. 343 Runden überquerten Hans Herrmann und Richard Attwood 1970 im Porsche 917 KH unter der Nennung von Porsche Salzburg mit der Startnummer 23 als Erste die Ziellinie. „Es war ein ausgesprochenes Regenrennen, daher mussten wir gefühlt ununterbrochen die Reifen wechseln und an die jeweilige Situation anpassen. Nicht der Verschleiß hat uns zum Reifenwechsel gezwungen, sondern die ständig wechselnde Witterung. Dass wir als Fahrerteam so gut harmoniert haben, hat uns schließlich zum Sieg geführt. Denn ein 24-Stunden-Rennen mit nur zwei Fahrern zu bestreiten, ist wirklich harte Arbeit“, blickt Hans Herrmann heute zurück.
Le Mans 1970: Die Porsche-Fahrer Hans Herrmann und Richard Attwood feiern ihren Sieg.  Foto: Auto-Medienportal.Net/Porsche

Le Mans 1970: Die Porsche-Fahrer Hans Herrmann und Richard Attwood feiern ihren Sieg. Foto: Auto-Medienportal.Net/Porsche

Es klappt oder klappt nicht

Viele Wettbewerber – darunter auch zahlreiche Porsche-Fahrzeuge – fielen im Rennen nach und nach aus. „Le Mans ist ein Rennen, das klappt oder das klappt nicht. Damals waren die 24 Stunden eher eine Ausdauerfahrt als ein Rennen“, erinnert sich Richard Attwood. „Le Mans mit Porsche und Hans zu gewinnen, kam völlig unerwartet, denn unser Auto hatte nicht die passende Abstimmung für die Geschwindigkeiten. Hans und ich waren einfach ein Dreamteam.“ Gérard Larrousse und Willy Kauhsen im Martini Porsche 917 LH gefolgt von Rudi Lins und Helmut Marko im Porsche 908/02 mit den Plätzen zwei und drei machten den Triumph für Porsche perfekt.
Le Mans 1971: Helmut Marko und Gijs van Lennep siegten im 917 KH Coupé.  Foto: Auto-Medienportal.Net/Porsche

Le Mans 1971: Helmut Marko und Gijs van Lennep siegten im 917 KH Coupé. Foto: Auto-Medienportal.Net/Porsche

Der erste Sieg hatte Signalwirkung: 33 der 49 Starter vertrauten bereits ein Jahr später, 1971, auf Sport- und Rennwagen aus Stuttgart-Zuffenhausen – ein Rekord, der bis heute steht. Auch 1971 gewann ein Porsche 917 KH. 1974 läutete Porsche mit dem Start des 911 Carrera RSR Turbo 2.1 das Turbo-Zeitalter in Le Mans ein. 1976 gelang Porsche der erste Turbo-Sieg in der Geschichte des Rennens mit dem 936 Spyder. Im darauffolgenden Jahr gewann das Werksteam mit dem 936 Spyder erneut. Zwei Jahre später trug sich erstmals ein Kundenteam in die Siegerliste ein. Der Erfolg mit einem Porsche 935 K3 markiert den ersten Sieg eines Heckmotor-Rennwagens in Le Mans – und eines Produktionsrennwagens auf der Basis des Porsche 911.
Le Mans 1977: Der Porsche 936 Spyder „Nr. 4“ mit Jürgen Barth, Hurley Haywood und Jacky Ickx holt den Sieg.  Foto: Auto-Medienportal.Net/Porsche

Le Mans 1977: Der Porsche 936 Spyder „Nr. 4“ mit Jürgen Barth, Hurley Haywood und Jacky Ickx holt den Sieg. Foto: Auto-Medienportal.Net/Porsche

Von 1981 bis 1987 blieben Rennwagen von Porsche in Le Mans ungeschlagen. Die längste Siegesserie in der Geschichte der 24 Stunden begann mit dem dritten und letzten Erfolg des Porsche 936 Spyder. 1982 brachte das Werksteam den neuen Porsche 956 beim Le-Mans-Debüt auf den ersten drei Plätzen ins Ziel. Der 956 verfügte über das erste Aluminium-Monocoquechassis von Porsche und eine wegweisende Aerodynamik, die starken Abtrieb ohne die nennenswerte Erhöhung des Luftwiderstands ermöglichte. Mit dem 956 und dem Nachfolger 962 C trieb die Marke die Entwicklung elektronischer Einspritz- und Zündsysteme sowie des Doppelkupplungsgetriebes voran. Ab 1983 starteten auch Porsche-Kunden mit dem 956 und dem 962 C. 1983 fuhren neun Porsche 956 in die Top Ten, 1984 und 1985 waren es je acht.
Le Mans 1983: Porsche 956 LH „Nr. 3“ mit Vern Schuppan, Hurley Haywood und Al Holbert (Gesamtsieger).  Foto: Auto-Medienportal.Net/Porsche

Le Mans 1983: Porsche 956 LH „Nr. 3“ mit Vern Schuppan, Hurley Haywood und Al Holbert (Gesamtsieger). Foto: Auto-Medienportal.Net/Porsche

Seriennahe Rennversionen

Vier Gesamtsiege gelangen dem Werk und Porsche-Kunden dann in den 90er-Jahren mit drei Rennwagentypen. Den Anfang machte 1994 der auf Basis des 962 C in Weissach entwickelten Porsche 962 Dauer Le Mans GT, gefolgt vom TWR-Porsche WSC Spyder, mit dem ein Kundenteam nach der Entwicklung bei Porsche in den Jahren 1996 und 1997 gewann. 1998 schließlich rollte der Porsche 911 GT1 '98 mit dem ersten bei Porsche konstruierten Kohlefaser-Monocoque sowie erstmals vom Werksteam eingesetzten Kohlefaserbremsen an den Start – und siegte damit zum 50-jährigen Jubiläum der allgemeinen Betriebszulassung des ersten Sportwagens von Porsche, dem 356 „Nr. 1“ Roadster.
Le Mans 1998: Siegerfahrzeug Porsche 911 GT1 Rennversion mit den Fahrern Allan McNish, Stephane Ortelli und Laurent Aiello.  Foto: Auto-Medienportal.Net/Porsche

Le Mans 1998: Siegerfahrzeug Porsche 911 GT1 Rennversion mit den Fahrern Allan McNish, Stephane Ortelli und Laurent Aiello. Foto: Auto-Medienportal.Net/Porsche

Nach diesem Erfolg widmete sich Porsche im Motorsport der Entwicklung von seriennahen Rennversionen des Porsche 911 und der Unterstützung von Privatteams. In Le Mans wurde dieses Engagement unter anderem durch elf Klassensiege zwischen 1999 und 2018 belohnt. Ab 2014 trat das Werksteam wieder zum Rennen um den Gesamtsieg an. Der in Weissach „vom weißen Blatt Papier“ entwickelte Porsche 919 Hybrid zeichnete sich durch einzigartige technische Lösungen aus. Nur der Porsche erzeugte Strom für einen Hochleistungsakku durch die Umwandlung von kinetischer Energie beim Bremsen und zusätzlich durch eine Turbinen-Generator-Einheit im Abgasstrom eines V4-Turbomotors. Rund 900 PS lieferte das Gesamtsystem von E-Maschine und Verbrennungsmotor. Die Lösung erwies sich als erfolgreich: Von 2015 bis 2017 gelang Porsche der Hattrick in Le Mans.
Le Mans 2015: Porsche 919 Hybrid #19.  Foto: Auto-Medienportal.Net

Le Mans 2015: Porsche 919 Hybrid #19. Foto: Auto-Medienportal.Net

Mit 108 Klassen- und 19 Gesamtsiegen ist Porsche der erfolgreichste Hersteller in der fast 100-jährigen Geschichte von Le Mans. In diesem Jahr findet der legendäre Motorsport-Klassiker wegen der Corona-Krise als virtuelles e-Sports-Ereignis statt. Das Team aus Zuffenhausen startet dabei am nächsten Wochenende zum traditionellen Termin Mitte Juni mit vier Porsche 911 RSR des Modelljahrs 2017. Am 13. und 14. Juni wird außerdem das Siegerfahrzeug von vor 50 Jahren im Porsche-Museum ausgestellt.

Text: ampnet/jri
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